Normalerweise bedeutet ein Jobstart: zu viele neue Namen, zu viel Input und spätestens nach zwei Stunden Kopfschmerzen von all den PowerPoint-Folien. Man sitzt da, fragt sich, ob man hier richtig ist – und wie viele Slack-Channels man wohl in den ersten drei Tagen verpassen wird.
Bei Monda Futura war das anders. Keine hundert To-do-Listen, keine verwirrende Hierarchie, sondern die Frage: «Wie wollen wir eigentlich zusammenarbeiten? Was bedeutet uns Sprache? Wo geht’s hin mit der ganzen Reise?». Klingt nach Floskeln, fühlte sich aber echt an.
Gemeinsame Werte sind schnell erwähnt, oft bleiben sie abstrakt. Hier wurden sie zum Ausgangspunkt: offen sprechen, Vorstellungen teilen, ohne Business-Attitüde. Dieses Onboarding war mehr als ein Willkommens-Frühstück. Es war ein Modell, wie Arbeit auch aussehen kann: dialogisch, werteorientiert, jenseits reiner Effizienzlogik.
Montag: Warum wir hier sind
Der erste Arbeitstag begann im U-Huus in Urtenen. Gemeinsam frühstücken statt Mails checken. Neben bekannten Gesichtern war auch Lily neu dabei – sie wird künftig dafür sorgen, dass unsere Events in Erinnerung bleiben.
Nach Kaffee und Gipfeli ging es an die Essenz: Was ist die Mission von Monda Futura? Warum spielt Sprache eine so grosse Rolle? Und wie wollen wir miteinander umgehen? Kein Smalltalk, sondern Substanz – ein Moment, der zeigte, warum wir hier sind.

Dienstag: Kultur gestalten
Der zweite Tag stand im Zeichen der Teamkultur. Neben praktischen Themen – wie Kaspars Einführung in Asana – ging es um zentrale Fragen: Wie treffen wir Entscheidungen? Was bedeutet Konsent im Alltag? Wie definieren wir Rollen?

Es blieb nicht bei Post-its. Ein neues Ritual entstand: Jeden Dienstag wird auf einer digitalen Pinnwand überprüft, ob unsere Kultur noch passt oder angepasst werden muss.
Mittwoch: Ideen zum Leben erwecken
Am Mittwoch drehte sich alles um Veranstaltungen. Im Effinger Co-Workingspace in Bern traf das Team Léa, die ehrenamtlich bei Monda Futura mitwirkt. Gemeinsam wurden Formate und Konzepte diskutiert – immer mit der Frage, wie Bilder und Sprache unser Verständnis vom guten Leben prägen.
Es war kein theoretisches Brainstorming, sondern eine konkrete Auseinandersetzung mit dem, was Monda Futura ausmacht – und wie Ideen einer lebenswerten Zukunft greifbar werden können.

Donnerstag: Community und Identität
Der vierte Tag widmete sich der Community. Wie lässt sich Wissenschaft, Kultur und zivilgesellschaftliches Engagement verbinden? Und wie positioniert sich Monda Futura – als Institut, Bewegung oder beides?
Klare Antworten gab es nicht. Stattdessen wurde reflektiert: Wir wollen kein festes Konstrukt sein, sondern ein lebendiger Teil einer wachsenden Gemeinschaft.
Freitag: Zukunft gestalten
Zum Abschluss präsentierte jede*r eine persönliche Vision, wo Monda Futura in 15 Monaten stehen könnte – von digitalen Formaten bis zu einem musikalischen Beitrag aus Kenia. Eine Mischung aus Freiheit und Optimismus, die zeigte, welche Energie im Team steckt.
Zweite Woche: Identität und Bedarfslohn
Zu Beginn der zweiten Woche ging es nach Luzern – zum Design-Team. Thema: die Website. Schnell wurde klar, dass zuerst die grundlegende Frage im Raum steht: Wofür steht Monda Futura überhaupt? Antworten gab es noch keine, nur ein gemeinsames Herantasten.
Am Dienstag folgte eine Bedarfslohn-Runde. Mithilfe eines Selbstchecks reflektierte das Team, wie viel man wirklich braucht, um gut zu leben. Es entstanden ehrliche Gespräche und überraschende Einsichten.
Rückblickend zeigt dieses Onboarding, wie wertvoll es ist, am Anfang nicht To-do-Listen abzuhaken, sondern Raum für das Warum und Wie zu schaffen. Es war ein Start mit Haltung – und ein Beispiel dafür, dass Arbeit auch anders beginnen kann.
2 Antworten
Da geit ä nöi arbeitswäut uf…sooo spannend und hoffnugsvoui gedanke mit diräkter umsetzig, ou wenn schüsch ir politik und wirtschaft viu unverständlichs und schregs louft….
Danke viu mau…